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Lufthansa arbeitet auf Harmonisierung der Konzernstrukturen hin

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Christoph Franz, © Lufthansa AG
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FRANKFURT - Christoph Franz sanierte die Schweizer Fluggesellschaft Swiss zur profitabelsten Airline im Konzernverbund der Deutschen Lufthansa. Konsequent setzte Franz schlankere Organisations- und Kostenstrukturen in Zürich durch.

Seit Jahresanfang verantwortet der frühere Bahn-Manager das Geschäft der gesamten Lufthansa-Gruppe. Ab April greifen organisatorische Änderungen, die Vorboten eines neuen Zeitalters bei Lufthansa sind.

Unter Wolfgang Mayrhuber wuchs Lufthansa zum größten Airlinekonzern Europas. Mayrhuber erweiterte das Kerngeschäft Passage. Mayrhuber übernahm Swiss, Brussels Airlines und Austrian. Mayrhuber stieß mit der Neugründung Lufthansa Italia in den italienischen Markt vor. Mayrhuber formte nationale und internationale Gemeinschaftsunternehmen für den Frachtverkehr. In Mayrhubers Amtszeit fiel Lufthansa bmi an.

Unter Christoph Franz wird sich der Konzernverbund zu einem Airlinesystem mit hohem Harmonisierungsgrad bei Flugbetrieb und Organisation entwickeln.

Die Integration der unterschiedlich gewachsenen Unternehmen in einheitliche Strukturen ist eine Großbaustelle, wenn auch eine gut vorgeplante. Mayrhuber hinterließ seinem Nachfolger einen geordneten Konzern. Als Passage-Vorstand wirkte Franz in den Jahren 2009 und 2010 zudem bereits entscheidend an der strategischen Entwicklung mit.

Konstituierende Erfolge des Führungsduos Mayrhuber / Franz lagen in der Durchsetzung des Kosten- und Entwicklungsprogramms "Climb 2011" sowie in der Einigung mit den Piloten über die Abgrenzung von Passage und Verbundairlines. Im Juni 2010 beendete eine Schlichtung eine der längsten tariflichen Auseinandersetzungen zwischen Vorstand und Vereinigung Cockpit.

Der neue Konzerntarifvertrag (KTV) ist das wichtigste Werkzeug für Franz. Er erlaubt es dem neuen Konzernlenker, aus dem Patchwork der Lufthansa-Gruppe mit ihren regionalen Töchtern und internationalen Flaggcarriern einen sich ergänzenden Verkehrsverbund im Europasystem zu formen.

Umorganisation von Passage hat Modellcharakter für Gesamtkonzern

Lufthansa geht das Mammutprojekt schrittweise an. Ende Januar beschloss die Konzernspitze eine schon zum 01. April eintretende Neugestaltung der Organisationsstruktur ihrer Kernmarke Passage.

Die Umorganisation bei Passage hat Modellcharakter und könnte Lufthansa später als Blaupause für Verbundairlines und Gesamtkonzern dienen. Sie trägt erkennbar die Handschrift des neuen Vorstandschefs: wie schon bei Swiss bündelt Franz Kompetenzen und schafft direkte Berichtslinien der Ressorts in den Bereichsvorstand und von dort aus in die Konzernzentrale.

"Die Passage-Vorstandsressorts werden durch die Weiterentwicklung der Organisation nachhaltig gestärkt und profitieren künftig von effizienteren Strukturen, die sowohl auf veränderte Kundenwünsche, einen verschärften Wettbewerb als auch auf die veränderte Konzernstruktur zugeschnitten sind", war der Ankündigung zu entnehmen.

Im zentralen Ressort Finanzen und Personal konzentriert Lufthansa Passage die Bereiche Controlling, Personal, Einkauf, Management der Flughafenbeziehungen und Informationsmanagement in einer Berichtslinie an Finanz- und Personalvorstand Dr. Roland Busch. Die überholte Trennung der Ressorts Flugbetrieb und Hub-Management wird in der neuen Organisationsstruktur aufgehoben.

Carsten Spohr wird in einer Doppelfunktion als Vorsitzender des Passagevorstands und Vorstand Lufthansa Passage eine Brücke zwischen dem größten Bereichsvorstand und dem Konzernvorstand schlagen.

Die Übertragung des Modells auf die Tochterunternehmen ist nur eine Frage der Zeit - Lufthansa arbeitet auf die organisatorische Harmonisierung der Gruppe hin. Allerdings muss Frankfurt die in den vergangenen Jahren übernommenen Airlines zunächst vor Ort zur Konzernreife bringen.

Austrian und Lufthansa Italia erhalten neues Führungspersonal

Austrian Airlines erhielt unter Franz bereits eine neue Spitze: Lufthansa-Topmanager Thierry Antinori soll Sanierung und Produktentwicklung in Wien beschleunigen. Auch Lufthansa Italia erhält zum 01. April einen neuen Vorstandschef. Franz übertrug Air Dolomiti-Geschäftsführer Michael Kraus auch die Verantwortung für die italienische Neugründung.

Kraus soll das festgefahrene Italiengeschäft der Lufthansa beleben und löst in Mailand Heike Birlenbach ab, die künftig die Kabinen-Crews in München führt.

© aero.de | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 04.03.2011 09:45




Leser-Kommentare (2)

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04.03.2011 16:00
wir sollten die vv´s nicht vergessen, die seinerzeit die grundlage gelegt haben für weber etcetera, höltje, culmann, süssenguth, fallen mir dazu ein.
eigenartig finde ich, dass LH im websitebereich "konzern" keine liste der früheren chefs zeigt.


saludos a todos
charlie.f.kohn@sixpence-pictures.com
photography // design // madrid

Dieser Beitrag wurde am 04.03.2011 16:01 Uhr bearbeitet.
04.03.2011 14:19
Die Lufthansa hatte - im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Großkonzernen und vor allem vielen anderen Luftverkehrsunternehmen - immer sehr fähige CEOs und gute Führungsmannschaften.

Jürgen Weber hat Lufthansa von den Strukturen einer Staatsairline entflochten, Mayrhuber hat den Transit zum Weltunternehmen geführt und Franz wird die Gruppe in sich konsolidieren.


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