WIEN - Die Vorgänge rund um den Terminalneubau Skylink werden immer skuriller. Nach Medienberichten gründete der Flughafen nun mit der VIE OBA GmbH seine eigene 'externe' Bauaufsicht. Die neue Firma wird von Norbert Steiner geleitet, der erst im Vorjahr von dem von der niederösterreichischen ÖVP als Nachfolger von Christian Domany installierten Finanzvorstand Ernest Gabmann zum Projektleiter bestellt wurde.
Mit der Flughafen eigenen Projektaufsicht kontrolliert die Projektleitung sich nun praktisch selbst. Hintergrund der Entwicklung ist der Rückzug der erst vor zwei Monaten mit der Bauaufsicht beauftragten Bietergemeinschaft Forstner/Debisch ZT/Hydroningenieure und Umwelttechnik, die damals als Zweitbieter unerwartet zum Zug kam. Dieser Vertrag ist inzwischen wieder 'einvernehmlich' gelöst worden.
Nach Darstellung der Tageszeitung 'Der Standard' begründet die ursprünglich beauftragte Projektgemeinschaft ihren Rückzug mit einem Mangel an projektrelevanten Informationen, was wiederum zu Klagen des Flughafens geführt haben soll, dass wichtige Leistungen nicht erbracht wurden. Ein lakonisches Zitat der Ex-Aufseher: 'Sind mit einem blauen Auge davongekommen'.
Kritische Stimmen bezweifeln auch die Absicht des Flughafens die Projektabwicklung wie geplant im Herbst einem Totalunternehmer zu übertragen.
Inzwischen wurde seitens der Staatsanwaltschaft auch eine Hausdurchsuchung am Flughafen sowie bei Mitarbeitern von am Projekt beteiligter Firmen durchgeführt, die klären soll, ob es bei der Projektabwicklung strafrelevante Vorgänge gegeben hat. Für Juni wird die Fertigstellung des Rechnungshofberichts erwartet, der laut Insidern zu einem 'desaströsen' Ergebnis kommen wird.
Nach der harschen Kritik an der Amtsführung des Finanzvorstands Gabmann fordern alle Oppostionsparteien nun uniso den Rücktritt des gesamten Vorstands und einen kompletten Neustart des Flughafens, bishin zu einer Neubewertung der Eigentümerverhältnisse.
© aero.at / edition airside, Wien | Abb.: Ingo Lang, edition airside | 07.05.2010 10:51
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