MIDDLETOWN - Der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney hat die erste PW1524G fertiggestellt. Der Getriebefan wurde für den Einsatz an der für das Jahr 2013 erwarteten Bombardier CSeries entwickelt. Innerhalb der nächsten 24 Monate soll der Antrieb getestet und zugelassen werden, teilte Pratt & Whitney am Mittwoch in einer Erklärung mit. Das Unternehmen wird hierfür insgesamt acht Triebwerke herstellen. An dem Programm ist auch der deutsche MTU-Konzern beteiligt.
Der Erstflug der CSeries soll im Jahr 2012 durchgeführt werden. Bombardier hat bislang Aufträge für das Flugzeug von Lufthansa, LCI und Republic Airways eingesammelt.
Der Getriebefan wird auch als Option für ein mögliches Engine Upgrade des Airbus A320 gehandelt. Airbus will zum Jahresende über neue Triebwerke für sein Brot-und-Butter-Programm entscheiden. Neue Sets könnten zur Mitte dieses Jahrzehnts eingeführt werden und den Produktionzyklus der A320-Serie um mehrere Jahre verlängern.
"Airbus hat die Triebwerkshersteller zu
einem Angebot für die
modifizierte A320EX aufgefordert", erklärte Dr. Anton Binder, Leiter der
zivilen Programme des Münchner Triebwerkbauers MTU, im März gegenüber
aero.de.
"Eine modifizierte PW1000G wurde Airbus dafür angeboten."
Airbus hatte die Technologie zuvor bereits mit einem Demonstratortriebwerk an einer werkseigenen A340-600 getestet. Auch Boeing will gegen Jahresende eine Entscheidung über neue Triebwerke für sein Konkurrenzprogramm 737 treffen.
Der Getriebefan zeichnet sich dadurch aus, dass die beiden Komponenten
Fan und Niederdruckturbine nicht mehr auf einer Welle sitzen. Verbunden
sind sie durch ein Untersetzungsgetriebe, das beide Komponenten
entkoppelt und in ihrem jeweiligen physikalischen Optimum laufen lässt.
Der Fan dreht dreimal langsamer als die schnelllaufende
Niederdruckturbine.
Im April hatte MTU die erste schnelllaufende Niederdruckturbine für die PW1524G an Pratt & Whitney geliefert. Die Tests an dem neuen Triebwerk werden in West Palm Beach (US Bundesstaat Florida) durchgeführt.
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