WIEN - Auf der kürzlichen Bilanzpräsentation hatte FlyNIKI-Präsident
und Gründer Niki Lauda allen Grund zu guter Laune. Passagiere plus 19
Prozent (2,6 Mio), Umsatz plus 17 Prozent (269 Mio €), Gewinn plus 76
Prozent (12,4 Mio €), eine Erfolgsstory, die sich sehen lassen kann.
Vielleicht überraschend, aber durchaus logisch auch die stärkere
Bindung an den Partner Air Berlin: Die Herausforderung der nächsten
Jahre braucht mehr als nur solide Muskelkraft.
Das Nahziel für
2010: 3,5 Millionen Passagiere, 380 Millionen Euro Umsatz und 600 Mitarbeiter (derzeit
520). Bis 2014 soll die NIKI-Flotte auf 27 Flugzeuge wachsen. 50
Millionen Euro Cash in der Kriegskasse und in der Hinterhand ein neuer
Kreditrahmen von 40,5 Millionen aus dem Fundus von Air Berlin deuten auf eine
gesunde Basis für die weitere Expansion.
So stehen der Airline 2010
neben sechs neuen Zielen (Barcelona, Nizza, Kopenhagen, Belgrad,
Bukarest und Sofia) bis zu 5 neue Jets ins Haus und dazu noch eine
substantielle Expansion des Chartergeschäfts.
Durch die
Reduktion der Austrian Charterflotte (von 9 auf 3 Flugzeuge) kam den
vorwiegend deutschen Veranstaltern der geplante Wachstumskurs von NIKI
gerade recht. Und umgekehrt FlyNIKI auch der wieder anziehende
Leisuremarkt. Laut Otmar Lenz, Managing Director FlyNIKI, eine ideale
Kombi mit der Linie.
Während der Linienverkehr von der neuen Sparsamkeit der Unternehmen und ihren übergelaufenen Businesskunden profitiert, entwickelt sich
auch der gerade durch die Billigairlines stark unter Druck geratene
Charterverkehr für NIKI durchaus positiv. Durch den sich ideal
ergänzenden Mischbetrieb sind ihre Flieger praktisch ständig unterwegs,
wochentags vorwiegend auf Linie und am Wochenende im Charterdienst.
Dazu
profitiert NIKI auch vom ausgefeilten Buchungssystem der Air Berlin,
die als Spezialist für Hybridverkehr (Mix aus Charter und
Einzelplatzverkauf) einen transparenten Belegungsplan entwickelt hat,
der es ihr ermöglicht, ihr Angebot täglich je nach aktueller Nachfrage
zu steuern. Hat ein Veranstalter mit dem Absatz eines Kontigents
Probleme, können unverkaufte Plätze durch "Früherkennung" rechtzeitig
einem anderen Veranstalter angeboten werden, dessen disponierte Kapazität absehbar nicht reichen wird. Das Gleiche gilt auch für die verfügbaren Sitze im Einzelplatzverkauf.
Mehr Verkehrsrechte in Russland angestrebtAngesprochen
auf NIKIs Russlandinteressen, sieht Otmar Lenz den Disput um die
Verkehrsrechte in der Sache zwar mühsam und zäh, zeigt sich aber
zuversichtlich, dass sich am Ende des Tages die Vernunft durchsetzen
und ein für alle Seiten akzeptabler Kompromiss gefunden wird. Seine bei
beiden Verkehrsministerien deponierten Wünsche: Nach wie vor die zweite
Tagesrotation nach Moskau und Verkehrsrechte nach St. Petersburg.
Neben
dem Russlandgeschäft sei auch das Interesse an der Langstrecke durchaus
noch da, vordringlich ist aber der weitere Ausbau des Kerngeschäfts in
Europa, sowohl im Linien als auch im Leisurebereich.
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