WIEN - Wie bereits berichtet, plant der österreichische Bedarfsflieger und ACMI-Charteranbieter Mapjet Management & Planing GmbH ab Beginn des Sommerflugplans 2010 die Aufnahme eigener Liniendienste.
So sollen ab ihrer Basis Wien Amsterdam, Stockholm, Frankfurt, München und Stuttgart angeflogen werden. Vorgesehen seien auch Ziele im Irak, wobei erstmals Bagdad, und nach dem missglückten Air Mesoptamia-Versuch auch wieder das kurdische Sulaymaniyah bedient werden sollen.
Beachtliche Aufmerksamkeit erregte Mapjet durch ihre Ankündigung mit einem neuen Komfortprodukt im Business-Segment anzutreten. Demgegenüber herrscht fünf Tage vor der angekündigten Präsenstation ihrer Flugpläne weiterhin Rätselraten um die Herkunft der Slots für die hochgefragten Tagesrandverbindungen nach Frankfurt und München. Entgegen der von der EU-Wettbewerbskommission kolportierten Auflagen, die Lufthansa müsse im Gegenzug für die AUA-Übernahme auf marktbeherrschenden Strecken für Mitbewerber Kapazitäten und Frequenzen freimachen, werden die betroffenen Strecken auch ab Sommerflugplan 2010 (beginnend mit 28.3.) sowohl von der Lufthansa, als auch von ihrer neuen Österreichtochter Austrian und Langzeitpartner Adria Airways in vollem Umfang weiter bedient. Dito von Mitbewerber FlyNiki.
Trotz mehrfacher, gezielter Anfragen von aero.at bei Lufthansa und Austrian zu Herkunft und Zeiten der laut Mapjet abgeschlossenen Slotabgabe waren bis dato keine Einzelheiten zu erfahren. Während Lufthansa auf Mapjet verwies, erklärte der designierte Newcomer, alles sei unter Dach und Fach, relevante Einzelheiten würden am kommenden Freitag, den 5.März, zusammen mit dem ab 15.März buchbaren Flugplan der Öffentlichkeit vorgestellt.
Demnach dürfte MapJet auf diesen Strecken neue, d.h. zusätzliche Kapazitäten anbieten, unter Nutzung von Start- und Landerechten, die seitens der Lufthansagruppe kurzfristig auf nicht mehr bedienten Nebenmärkten frei werden. Nach Auskunft aus versierten Kreisen repräsentiert jeder dieser Slots einen Marktwert von rund 7 Mio Euro. Die Vergabe sei zudem an strikte Auflagen der Vergabekommission gebunden, die Slots zumindest zu 80 Prozent zu nutzen, andernfalls drohe ein Verfall der Rechte und eine Verpflichtung zur Rückgabe. Dazu könnten auf Grund der Zwangsabtretung auch Regressansprüche des ursprünglichen Halters drohen, in dem Fall der Lufthansa.
Fokker 70 statt Embrear Jets?Vier Wochen vor dem geplanten Start sei auch die künftige Zusammensetzung der Flotte noch nicht fix, u.a. für die Mittelstrecken nach Nahost. Ursprünglich sollte der Betrieb mit drei premiumbestuhlten Embraer 195 Jets aufgenommen werden. Gerüchten nach wird aber auch noch alternatives Gerät evaluiert, u.a. Fokker 70 Jets aus ungenannten Beständen.
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