BERLIN - Die europaweiten Flugverbote wegen der Vulkanasche aus Island haben bei der Lufthansa konzernweit einen Schaden von fast 200 Millionen Euro verursacht. Diese Zahl nannte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber erstmals am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Berlin. Zuvor hatte er schon kritisiert, die Risiken der Asche seien «völlig überschätzt» worden. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Lufthansa trotz der Einbußen zuversichtlich.
Der Konzern erwartet nach dem Jahresverlust von 2009 eine langsame
Erholung im Luftfahrtgeschäft. "Mit Blick nach vorne sehen alle Airlines erste Anzeichen einer beginnenden Erholung", sagte Mayrhuber. "Die Nachfrage wächst im Interkont-Verkehr. Das ist gut und wirkt als Gegenläufer zu den wieder steigenden Treibstoffkosten. Wir bleiben vorsichtig bei unseren Prognosen, aber der Ausblick ist besser als noch vor wenigen Wochen."
Im März ging das Management von einer
nachhaltigen Aufwärtsentwicklung erst im zweiten Halbjahr aus. Im laufenden
Jahr will der Konzern weiter
Kosten senken. Zugleich sollen Umsatz und operativer Gewinn
zulegen. Ein deutlich höheres operatives Ergebnis erwartet der Vorstand
allerdings erst für das Jahr 2011.
Im Jahr 2009 hatte die
Lufthansa unter dem Strich einen Verlust von 112
Millionen Euro erlitten nach gut einer halben Milliarde Gewinn ein Jahr
zuvor. Das operative Ergebnis brach um rund 90 Prozent auf 130 Millionen
Euro ein, der Umsatz schrumpfte um ein Zehntel auf 22,3 Milliarden
Euro.
Im Passagiergeschäft schrieben lediglich die Konzerntöchter
Swiss und Germanwings schwarze Zahlen. Die Fluglinien unter der Marke
Lufthansa sowie die neuen Ableger Austrian Airlines (AUA) und BMI rissen
die Passagiersparte mit acht Millionen Euro knapp in die Verlustzone.
Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein operativer Gewinn von 789 Millionen
Euro gestanden. Auch im laufenden Jahr erwartet der Vorstand bei AUA und
BMI rote Zahlen.
Nach einem Medienbericht streckt Lufthansa ihre Fühler gegenwärtig in Russland aus. Russlands viertgrößte Fluglinie UTair verhandelt nach Informationen der "Kommersant" mit fünf potenziellen Käufern, darunter neben Aeroflot und Sibir auch die Lufthansa. UTair wies den Bericht auf seiner Internetseite jedoch zurück: Das Unternehmen werde "weder in Teilen noch komplett" zum Verkauf angeboten.
Entscheidung über Mayrhuber-Nachfolge im SeptemberEine Entscheidung über die Nachfolge Mayrhubers soll erst im September fallen. Dann werde der Aufsichtsrat darüber befinden, sagte Aufsichtsratschef Jürgen Weber in Berlin. Mayrhuber führt die größte deutsche Fluggesellschaft seit dem Jahr 2003. Ende 2010 läuft sein Vertrag aus.
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