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50 Jahre Lufthansa mit Boeing

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Lufthansa diskutierte mit Flugzeugbauern über Umweltfragen

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Podiumsdiskussion in der Lufthansa-Werft in Hamburg, © aero.de
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HAMBURG - Das 50. Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Lufthansa und Boeing in Hamburg war eher ein Industrieforum: Amerikas führende Luftfahrtindustrielle und Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber plädierten am Samstag für mehr Effizienz und einen schonenderen Umgang mit natürlichen Ressourcen - und warnten zugleich vor Illusionen. In den vergangenen 50 Jahren hat Lufthansa 312 Düsenverkehrsflugzeuge bei Boeing gekauft.

James F. Albaugh, Boeing-Präsident für den zivilen Flugzeugbau, prophezeite mutig: «In 20 bis 30 Jahren werden Bio-Treibstoffe über die Hälfte unseres Verbrauchs ausmachen, und in 50 Jahren werden nicht 18 000, sondern 80 000 Flugzeuge fliegen.» Mayrhuber aber mahnte nachhaltiges Denken für die Branche an. «Wir haben als Luftfahrtindustrie eine großartige Chance - aber wir müssen immer darauf achten, dass wir in Konkurrenz um Wasserressourcen stehen, wenn es um Nahrungs- und Futtermittel auf der Erde geht.»

Einig war sich die Präsidenten-Runde von Boeing, Lufthansa, Rolls- Royce, General Electric und Pratt & Whitney, dass es Aufgabe der heutigen Ingenieure sei, «die Flugzeuge so zu konstruieren, dass sie zur Rettung der Erde beitragen» - so formulierte es Boeing-Boss Albaugh. Pratt & Whitney-Präsident David Hess kündigte an, die Triebwerke der neuen Generation würden nicht nur wesentlich effizienter, sondern auch erheblich sparsamer im Verbrauch.

Für Rolls-Royce-Präsident Mark King gibt es keine Zweifel, «dass die Anforderungen der Gesellschaft an die Luftfahrt angesichts des Klimawandels ganz neue Dimensionen erreicht haben». Mit der neuen Boeing 787, dem «Dreamliner», werde, so Albaugh, bei einer deutlichen Gewichtsreduzierung von rund einem Drittel gleichzeitig eine Leistungsverbesserung um 10 bis 15 Prozent erreicht.

Mayrhuber appellierte an die Politik, die Weichen für einen effizienten und wirtschaftlichen Luftverkehr zu schaffen. «Wir brauchen in Europa einen einheitlichen Himmel. Wir verbrauchen viel zu viel Treibstoff, weil wir zu viele Umwege fliegen müssen», sagte er. «Das ganze Luftverkehrsmanagement muss radikal verbessert werden. Es ist heute einfacher, eine Boeing 787 zu bauen als eine fünfte Startbahn in Frankfurt.» General Electric-Präsident David Joyce stimmte zu: «Wir haben technisch viel erreicht, aber die Verkehrssysteme müssen in den kommenden 20 Jahren radikal verbessert werden.»

Hess vom Triebwerkshersteller Pratt & Whitney warnte aber: «Wasserstoff und Sonnenenergie sind schöne Titel in populären Zeitungen, aber da sind wir noch sehr weit von effizienten Ergebnissen entfernt.» Die herkömmliche Triebwerksindustrie habe in den vergangenen Jahren beim Treibstoffverbrauch eine Verbesserung der Effizienz um 75 Prozent erreicht. «Das zählt wirtschaftlich und ökologisch. Früher hielten Triebwerke 500 Arbeitsstunden, heute 15 000 bis 35 000 Stunden. Nach wie vor ist die Triebwerkstechnik um den Faktor 100 besser als die Brennstoffzelle.»

Das Resümee des Forums: Die Luftfahrtindustrie kann den wachsenden Herausforderungen angesichts des Klimawandels und des stetig steigenden Verkehrsaufkommens nur gerecht werden, wenn sie verstärkt in neue, effiziente Technologien investiert, mit Hilfe der Politik eine moderne Infrastruktur im Luftverkehr schafft und intensiv nach alternativen Kraftstoffen sucht.

Von Karl Morgenstern, dpa

© dpa | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 10.05.2010 08:21




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