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Cockpit will Streit über Konzerntarifvertrag ausklammern

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Airbus A320 der Lufthansa, © Deutsche Lufthansa AG
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Umfrage: Pilotenstreik
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Verhandlungen zwischen VC und Lufthansa
Der Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und den Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) zieht sich bereits seit einem Jahr hin. Grundlage der folgenden Ausführung sind Informationen der Tarifparteien.
31. Dezember 2008: Die Friedenspflicht für die beiden von VC gekündigten Manteltarifverträge bei Lufthansa-Passage und LH Cargo AG läuft aus
13. Februar 2009: VC kündigt die Vergütungstarifverträge bei beiden Gesellschaften
13. Mai 2009: VC fordert unter anderem 6,4 Prozent mehr Gehalt
Mai bis November 2009: Intensive Verhandlungen zu Vergütung, den Arbeitsbedingungen und dem zwischenzeitlich aufgesetzten Sparprogramm «Climb 2011»
10. November 2009: VC beendet Verhandlungen zu «Climb 2011»
02. Dezember 2009: VC verlangt Angebot zu den offenen Tarifverträgen Mantel und Vergütung
16. Dezember 2009: VC bricht Verhandlungen ab, nachdem die Lufthansa kein Angebot abgegeben hat. Vorher soll es laut Lufthansa konstruktive Ergebnisse auf Arbeitsebene gegeben haben
15. Januar 2010: Beginn der Urabstimmung, dennoch laut LH vertrauliche Gespräche auf höchster Ebene
17. Februar 2010: Ende der Urabstimmung, VC kündigt Streik an
22. Februar 2010: Nach eintägigem Ausstand wird vor dem Arbeitsgericht Frankfurt eine Aussetzung des Streiks vereinbart
FRANKFURT/M. - Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa sind die Piloten bereit, einen wichtigen Streitpunkt auszuklammern. Man habe der Lufthansa angeboten, die Frage höchstrichterlich klären zu lassen, ob der Konzerntarifvertrag auch im Ausland angewendet werden kann, erklärte ein Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) am Sonntag. In diesem Punkt könne man einen Waffenstillstand vereinbaren und dann über die anderen Dinge sprechen, erklärte die Pilotengewerkschaft wenige Stunden vor Beginn der ab Mitternacht geplanten Streiks.

Die Lufthansa reagierte ablehnend: Damit sei keine neue Verhandlungssituation eingetreten, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Vereinigung müsse zunächst ihren Forderungskatalog fallen lassen und dann ohne Vorbedingungen in neue Verhandlungen gehen. In dem genannten Punkt geht es vor allem um die Frage, ob Piloten der Tochtergesellschaft Lufthansa Italia wie ihre deutschen Kollegen bezahlt werden müssen, was das Unternehmen ablehnt.

Streik am Montag "unumkehrbar"

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa ist nach Angaben der VC zumindest für Montag unumkehrbar. Man habe am Abend den Kollegen den Hinweis gegeben, dass der Ausstand am Montag um 00.00 Uhr wie geplant beginne, sagte ein VC-Sprecher der dpa am Sonntagabend in Frankfurt.

Für Montag bis einschließlich Donnerstag hat die Vereinigung Cockpit mehr als 4000 Piloten zum Streik aufgerufen. Mit rund 3200 Flugausfällen wäre es für die Airline der bisher größte Ausstand. Normalerweise zählt die Lufthansa jeden Tag rund 150 000 Passagiere. Streitpunkte sind Geld, Arbeitsplatzsicherung und vor allem der Einfluss auf die Unternehmenspolitik.

Lufthansa bietet Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2012

Kurz vor Beginn des größten Streiks in der deutschen Luftfahrtgeschichte hat die Lufthansa ihr Angebot an die Piloten konkretisiert. Das Unternehmen sei bereit, bis Ende 2012 eine Arbeitsplatzgarantie zu geben, bestätigte eine Sprecherin Aussagen von Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Das Blatt schreibt zudem, die Garantie könne bis 2013 oder 2014 verlängert werden.

«Voraussetzung ist aber, dass wir wieder an einen Tisch kommen.» Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich Lufthansa offen für eine Regelung zur Arbeitsplatzsicherheit gezeigt.

Lufthansa zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit

Rund acht Stunden vor Beginn der geplanten Pilotenstreiks hat die Lufthansa ihre Bereitschaft zu Gesprächen bekräftigt. «Wir sind offen für Gespräche ohne Vorbedingungen», erklärte Konzernsprecher Klaus Walther am Sonntag in einer Mitteilung.

Voraussetzung müsse aber sein, dass unabhängig vom Forderungskatalog der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit gesprochen werden könne, ergänzte Sprecher Andreas Bartels.

Ramsauer will vor Pilotenstreik vermitteln

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat sich im Tarifkonflikt als Vermittler eingeschaltet. Er sehe sich mit Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Moderatorenrolle, sagte er am Sonntag. Dies bedeute, mit beiden Seiten zu reden und sie wieder an den Verhandlungstisch zu bringen und so den für Montag geplanten Streik möglicherweise noch abzuwenden oder abzumildern.

«Wir wissen alle, dass ein Streik zu diesem Zeitpunkt verheerende Folgen haben könnte, die weit über die Luftfahrtwirtschaft hinausgehen», begründete Ramsauer seine Initiative. Es sei seine Aufgaben, «alles zu unternehmen, um den zerstrittenen Parteien klar zu machen, es ist nicht allein ihre Privatsache, sondern es hat eine erhebliche gesamtwirtschaftliche Bedeutung». Ein Streik mit hohen Kosten wäre ein «Schock, der Wellen schlagen würde» und zudem ein «verheerendes Zeichen für andere Tarifbereiche».

BDI: Pilotenstreik bitter für Exportnation Deutschland

Die Industrie befürchtet im Falle eines Pilotenstreiks bei der Lufthansa Schäden für die Exportnation Deutschland. Für einen Streik würde Deutschland einen hohen Preis zahlen müssen, warnte Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), in der «Bild am Sonntag».

«Ein Streik wäre doppelt bitter in einer wirtschaftlich sensiblen Phase: Gerade jetzt sind die endlich wieder erstarkenden Unternehmen ganz besonders auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen.» Der BDI-Chef appellierte an die Tarifparteien, sich an einen Tisch zu setzen, um einen Streik in letzter Minute zu vermeiden.

© dpa | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 21.02.2010 12:19




Leser-Kommentare (27)

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02.03.2010 14:58
hi,

ich denke, dass die piloten von lh zu 100% im recht sind, denn es gilt folgende zustände zu verhindern:

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,679387,00.html

die momentane entwicklung zeigt eindeutig in die richtung des geschilderten sachverhaltes...dagegen muss man etwas tun. man darf nicht die momentane situation betrachten, sondern den verlauf und die nahe zukunft.


Genau darum geht es. Vielen Dank für Ihren Beitrag.

@ unregistriert und buslover
Eine gute Portion Neid ist in den meisten ihrer Beiträge zu spüren, auch wenn Sie das noch so entrüstet von sich weisen. Ich denke das ist sogar die Hauptmotivation um hier mitzudiskutieren.
Was denn sonst? Mitleid mit dem Aktionär?
24.02.2010 12:21
hi,

ich denke, dass die piloten von lh zu 100% im recht sind, denn es gilt folgende zustände zu verhindern:

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,679387,00.html

die momentane entwicklung zeigt eindeutig in die richtung des geschilderten sachverhaltes...dagegen muss man etwas tun. man darf nicht die momentane situation betrachten, sondern den verlauf und die nahe zukunft.
24.02.2010 11:46
@Runway: Und da seid Ihr auch noch stolz drauf? Na ja, Gewinnbeteiligung oder LVV gibt's ja keine, sonst hättet Ihr Euch da selbst geschnitten.


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