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Lufthansa beförderte 2011 mehr als 106 Millionen Reisende

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Lufthansa Airbus A380, © Deutsche Lufthansa AG
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FRANKFURT - Die Lufthansa hat nach einem Schlussspurt im vergangenen Jahr so viele Fluggäste befördert wie nie zuvor. Zusammen mit ihren Töchtern Swiss, Austrian Airlines (AUA), British Midland (BMI) und Germanwings zählte Europas größte Fluggesellschaft gut 106 Millionen Passagiere, das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Luftfrachtaufkommen bei Lufthansa Cargo legte trotz der Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte insgesamt noch um fünf Prozent auf 1,9 Millionen Tonnen Fracht und Post zu.

Allerdings fand sich nicht für jedes zusätzlich angebotene Ticket ein Abnehmer, und auch das Frachtaufkommen kam mit dem kräftig ausgeweiteten Flugangebot nicht mit. Bei Lufthansa Cargo verschlechterte sich die Auslastung der Frachträume um 1,4 Prozentpunkte auf 69,5 Prozent. Bei den Passagierflügen ging sie um zwei Prozentpunkte auf 77,2 Prozent zurück.

Aktie legt zu

Damit schnitt die Lufthansa schwächer ab als Konkurrent Air Berlin, der auf eine Auslastung von 78,2 Prozent kam. Allerdings hatte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft im großen Stil unrentable Strecken gestrichen. Die Zahl der Fluggäste legte bei Air Berlin deshalb nur um 1,1 Prozent zu.

Die Lufthansa-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Am Nachmittag war das Papier mit einem Plus von 2,42 Prozent auf 9,154 Euro zweitstärkster Wert im Dax.

Dezember mit Schnee-Effekt

Im Dezember flogen mit den Lufthansa-Gesellschaften insgesamt 7,8 Millionen Fluggäste, 11,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damals hatte heftiger Schneefall für zahlreiche Flugausfälle gesorgt, sodass das Wachstum im milden Dezember 2011 besonders deutlich ausfiel. Bis auf BMI, die ihr Flugangebot aufgrund hoher Verluste zusammengestrichen hatte, konnten alle Gesellschaften zulegen. Lufthansa Cargo beförderte im Dezember 151.000 Tonnen Fracht und Luftpost, 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Hatte die Lufthansa ihr Sitzplatzangebot im Jahr 2011 vor allem durch den Einsatz größerer Flugzeuge um fast zehn Prozent ausgeweitet, geht der Vorstand das laufende Jahr deutlich vorsichtiger an. Das Flugangebot soll im Passagiergeschäft angesichts der trüberen Wirtschaftsaussichten um lediglich drei Prozent wachsen. Ursprünglich hatte das Management ein Plus von neun Prozent eingeplant.

BMI verkauft


Faktisch fallen für die Lufthansa 2012 zudem die Flüge der britischen BMI weg: Die Deutschen wollen ihre verlustreiche Tochter an die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, die International Airlines Group (IAG), verkaufen. Der Vertrag ist unterzeichnet, die Kartellwächter müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Für IAG sind vor allem die wertvollen Start- und Landerechte interessant, die BMI am wichtigen Londoner Flughafen Heathrow besitzt.

Auch im Frachtgeschäft werden die Aussichten trüber. Lufthansa Cargo will das Flugangebot lediglich auf dem Niveau von 2011 halten. Die zunächst angedachte Ausweitung um drei Prozent wurde erst kürzlich gestrichen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Lufthansa Cargo mit rückläufigen Frachtmengen zurechtkommen müssen. Die Ausnahme im Dezember war dem Schneechaos ein Jahr zuvor geschuldet.

Sparprogramm und Tarifstreit

Unterdessen steht dem Konzern ein weiteres Sparprogramm bevor. Lufthansa-Chef Christoph Franz hatte die Mitarbeiter bereits im Dezember auf weitere Kürzungen vorbereitet, nachdem das Unternehmen die jährlichen Kosten bereits bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro gesenkt hatte. Die Gewerkschaften UFO und Verdi rüsten sich bereits für die Tarifverhandlungen, die an diesem Freitag beginnen sollen. Für die 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine fordern die Gewerkschaften eine Lohnsteigerung um 6,1 Prozent. Zugleich wehren sie sich gegen die Pläne des Vorstands, auf Lufthansa-Flügen Leiharbeiter als Flugbegleiter einzusetzen.

© dpa-AFX | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 11.01.2012 14:52




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