Überraschender SPÖ-Beschluß
Flughafen-Wien Chef Herbert Kaufmann bleibt (vorerst)
WIEN - Wie 'Der STANDARD' in seiner heutigen Ausgabe berichtet, gab es in der Diskussion um die künftige Zusammensetzung des Vorstands vom Flughafen Wien eine überraschende Wende. Nachdem das Ausscheiden des im Umfeld des Skylink-Debakels schwer unter Druck geratenen Vorstandsprechers bereits so gut wie fix schien, widerriefen die Wiener Sozialdemokraten die mit der niederösterreichischen ÖVP bereits akkordierte Ablöse Kaufmanns.
Grund für den Kurswechsel sollen Befürchtungen der Sozialdemokraten sein, die Opposition könne die millionenschwere Abfindung Kaufmanns im anstehenden Wiener Gemeinderatswahlkampf thematisieren.
Herbert Kaufmann, dessen Vorstandsvertrag erst im letzten Herbst für fünf Jahre verlängert wurde, habe sein vorzeitiges Ausscheiden bereits akzeptiert. Sein Rücktritt sollte am kommenden Montag bei der Aufsichtsratsitzung der FWAG bekannt gegeben werden. Die Abfindung Kaufmanns dürfte aber nicht der alleinige Grund für den Rückzieher sein.
Kampf um ParitätenInsider vermuten Zusammenhänge mit der personalen Neubesetzung des Aufsichtrats in Österreichs größtem Stromkonzern 'Verbund'. Obwohl die Stadt Wien am Verbund nicht direkt beteiligt ist, hält die SPÖ mit Herbert Kaufmann dort seit März 2008 eine wichtige Position im Aufsichtsrat. Gut möglich, dass in dem Deal um Paritäten noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. So sollte der Flughafen Wien nach Ausscheiden Kaufmanns nur mehr von je einem Vertreter der SPÖ (Gerhard Schmied) und der ÖVP (Ernest Gabmann) geführt werden.
© aero.at / edition airside, Wien | Abb.: Gerhard Vysocan, edition airside | 18.03.2010 11:06
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Offensichtlich geht's da primär um politische Paritäten. Forciertes Gleichgewicht der (politischen) Kräfte. Also um's Gegenteil von Dynamik. Man könnt auch sagen Stillstand, wie jeder künstliche Frieden. Aber solang an Skylink was verdient wird (und das wird's), wird der Airport auch das überleben.
Offensichtlich geht es nicht um die Sache, sondern nur mehr darum, sich möglichst viele Posten an den Schaltstellen der Macht zu sichern. Qualifikation? Uninteressant. Der Zweck heiligt alle Mittel. Wie gross muss die Angst der SPÖ vor den Wahlen in Wien sein? Wer macht wahnwitzigen Verträge? Der Flughafen in Geiselhaft von Parteipolitik und dem Wahlkampf in Wien. Wie sagt Nestroy so schön: Die Wöd steht auf kan Foll mehr lang, lang, lang ....