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Kreatives Gebührenkaroussell

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Billig fliegen nur die Passagiere

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Ryanair Boeing 737-800, © The Boeing Company
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DUBLIN - Wie der Welt beliebteste Airline (Ryanair im Selbsttest) verlauten ließ, liegt ihr vor allem eins am Herzen, der effiziente Fluggast. Und den erzieht man am Besten mit kreativer Preisgestaltung. Beides zusammen garantiere auch in Zukunft preiswertes Reisen. Während der Transport des Fluggasts mit etwas Glück fast gar nichts mehr kostet (Schnäppchenflüge ab 1 Euro, Gebühren inklusive), reist sein Gepäck ab 1. Juli nur noch zu Luxuspreisen.

Stephen McNamara von Ryanair: „Wir sind entschlossen, unsere Passagiere zum Reisen mit leichtem Gepäck zu erziehen und erhöhen unsere Gepäckgebühr von 15 Euro auf 20 Euro für den Reisezeitraum Juli und August. Diese Gebühren werden für alle Passagiere anfallen, die nach Mitternacht am 7. April buchen und vorhaben im Juli und August mit uns zu reisen. Dennoch werden 70 Prozent unserer Passagiere von dieser erhöhten Gepäckgebühr unbeeinflußt bleiben, da sie ohnhin nur mit Handgepäck reisen. Dies ist weiterhin bis 10 Kilogramm kostenfrei.“

Mehr Effizenz erwartet sich Ryanair auch an Bord. So soll der p.t. Fluggast künftig über Münztoiletten erzogen werden möglichst vor Flugantritt die (hoffentlich) kostenlosen Airporttoilletten zu benutzen. Laut Ryanairchef O'Leary ginge es dabei nicht um Zusatzeinnahmen, sondern um die Einsparung von bis zu zwei Bordtoilletten, die dann Platz für zwei zusätzliche Sitzreihen machen würden.  Kürzlich kolportierte Getränkeautomaten an Bord (zur Einsparung von bis zu zwei Flugbegleitern) entpuppten sich allerdings als irischer Aprilscherz.

Gar nicht scherzhaft gemeint ist ein kürzlicher Vorstoß der amerikanischen Spirit Airlines den auf Handgepäck erzogenen Passagier wieder auf Bellyluggage umzuerziehen, mit 45 Dollar Aufschlag. Schließlich blockieren die beliebten Trolleys die raren Overheadpins und verlangsamen das Boarding, und damit die Umkehrzeiten. Wie die Tageszeitung "Der Standard" dazu in ihrer Mittwochausgabe berichtet, erlaubt Spiritair kostenlos nur mehr Handgepäck, das unter den Sitz passt. Wer vorher aber für neun Dollar dem 'Fair club' der Airline beitritt, 'darf' sein Trolley für 20 Dollar als Gepäck aufgeben.

Erstaunlich freilich, dass es noch keine Boardinggebühren gibt. Die könnten dann die Stornogebühren ersetzen, für den wohlerzogenen Passagier, wenn er rechtzeitig auf seinen Flug verzichtet.

© Kommentar Bob Gedat, aero.at / edition airside | Abb.: Ryanair | 07.04.2010 21:38




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