WIEN - Lufthansa hat ihrer Konzerntochter Austrian Airlines (AUA) grünes Licht
gegeben, zwei weitere Airbus A320 zu beschaffen. Dies legte AUA Vorstand Dr. Andreas Bierwirth dem "Kurier" dar. Die zweistrahligen A320
sollen größere, derzeit auf Mittelstrecken nach Nahost eingesetzte
Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 767 für deren Einsatz auf neuen
Langstrecken freimachen. Noch sei nicht geklärt, ob die neuen Flugzeuge
gekauft oder geleast werden.
Hintergrund der Kaufentscheidung
dürfte die positive Ertragsentwicklung auf
der AUA-Langstrecke sein. Wie berichtet plant Austrian mit
Winterflugplan 2010/11 die Wiederaufnahme eines fünfmal wöchentlich
geflogenen Dienstes nach Mumbai/Indien.
Andreas Bierwirth ist
zuversichtlich, dass Austrian dank der Vertriebsstärke der Konzernmutter
Lufthansa bereits im laufenden Jahr das erste positive Langstreckenergebnis ihrer
Geschichte schreiben kann. So sei es für Austrian nun wesentlich
leichter, die für eine erfolgreiche Langstrecke wichtigen Firmenkunden
zu erreichen.
Austrian Airlines sondiere nun auch neue, für
die Qualität und Entwicklung ihres kontinentalen Transfernetzes
wichtige Langstreckenziele. "Wir müssen uns jedes einzelne Flugzeug
verdienen", sagte Bierwirth dem "Kurier". "Die Chancen dafür stehen gut.
Wir evaluieren die großen Wirtschaftsmetropolen in Nordamerika und
Asien, wo Nachfrage in Richtung Osten ist."
Trotz der
Wachstumsbeschränkungen durch die EU-Kommission gäbe es durch eine
ausgeklügelte Optimierung des Netzwerks noch Möglichkeiten bei den
Flugzeugen aufzustocken. Das wäre mit den beiden Airbussen aber nun
ausgereizt. "Wir müssen 2011 wieder operativ positiv sein, um uns von
den Fesseln dieser EU-Auflagen zu befreien."
Integrierte AutonomieAustrian Airlines erwartet bereits in den Zahlen des zweiten Quartals positive Effekte aus ihren Restrukturierungsprogrammen sowie einen Umsatzsprung im Gesamtjahr 2010. Austrian greife gezielt auf Ressourcen der Lufthansa-Gruppe zurück, führte Bierwirth in dieser Woche beim Investor Day der Lufthansa in Frankfurt aus. "Dennoch übernehmen wir für Austrian Airlines und damit für den Erfolg der Restrukturierung die volle Verantwortung." Insoweit bestehe eine "integrierte Autonomie" der Austrian im Konzernverbund.
Austrian wird ihr Geschäftsmodell weiterhin als Netzwerk-Carrier entwickeln, erklärte Bierwirth in Frankfurt. Auch in der Flotte wird AUA weitere Maßnahmen umsetzten. Über den Sommer ersetzt Austrian ihre CRJ durch Fluggerät vom Typ Boeing 737-800 aus dem Chartersegment. Im Winter 2010/2011 gehen die DH3 aus dem Dienst. Im Sommer 2011 sollen die Stückkosten in der Flotte weiter sinken. Austrian wird hierfür ein neues Kabinenlayout mit mehr Sitzen einführen.
© edition airside, aero.de | Abb.: Gerhard Vysocan, edition airside | 30.06.2010 08:51
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