FRANKFURT - Lufthansa, Air Berlin und Ryanair verklagen nach einem Zeitungsbericht die Gewerkschaft der Flugsicherung auf 3,2 Millionen Euro Schadensersatz. Grund seien die Schäden, die der Arbeitskampf der Fluglotsen im vergangenen Jahr angeblich verursacht habe, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung». Die Lufthansa bestätigte die Klage, machte aber keine Angaben zur Höhe des geforderten Schadensersatzes.
Zwar wurde während des Tarifstreits zwischen Lotsen und Flugsicherung im Sommer 2011 letztlich gar nicht gestreikt, weil der Tarifkonflikt mit einer Schlichtung endete. Aber allein wegen der Streikdrohung der Fluglotsen hätten die Fluggäste massenhaft ihre Buchungen storniert, heißt es laut dem Bericht in der Klageschrift. Die Arbeitskampftaktik der Lotsen, die zudem rechtswidrige Ziele verfolgt hätten, sei «wirtschaftlich gezielt» gegen die Fluggesellschaften gerichtet gewesen und habe wie eine «partielle Betriebsblockade» gewirkt.
Lufthansa bestätigte die Klage. «Wir haben sie schon Ende letzten Jahres eingereicht», sagte Sprecherin Claudia Lange der dpa. Zur Höhe des geforderten Schadensersatzes machte sie allerdings keine Angaben. Lufthansa sei in dem Tarifstreit ein unbeteiligter Dritte gewesen, habe aber große Schäden erlitten.
Ein Sprecher der Lotsengewerkschaft kritisierte die drei Fluggesellschaften: Wenn ihre Klage erfolgreich wäre, könnte das Streikrecht gleich abgeschafft werden. Zahlungen für einen Streik, den es nie gegeben habe, wären absurd, betonte er.
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