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Ministertreffen in Brüssel

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EU einigt sich auf einheitliche Grenzwerte für Vulkanasche

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Vulkan-Aschewolke des Eyjafjallajökull über Island am 1. Mai 2010, © DLR
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BRÜSSEL - Mit einheitlichen Grenzwerten für Vulkanasche im Luftverkehr will die EU ab sofort ein Flugchaos in Europa verhindern. Darauf einigten sich die EU-Verkehrsminister am Dienstag bei einem Sondertreffen in Brüssel. Knapp drei Wochen nach dem europaweiten Chaos im europäischen Luftverkehr hat die Vulkanasche aus Island bis zum Nachmittag wieder für mehrstündige Flugverbote auf weiten Teilen der britischen Inseln gesorgt.

«Ich glaube, dass wir damit im Interesse von Verantwortung und Sicherheit erhebliche Fortschritte erzielt haben», sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach den Beratungen. Die Regelung trete europaweit sofort in Kraft. Im September wolle die EU außerdem versuchen, ihre Grenzwerte bei der Generalversammlung der Welt-Luftfahrtorganisation ICAO weltweit verbindlich durchzusetzen.

Bis zum nächsten Treffen der EU-Verkehrsminister am 24. Juni in Luxemburg soll darüber hinaus ein einheitliches europäisches Messsystem, bestehend aus den Boden- und Luftmessstationen in den Mitgliedsstaaten, entwickelt werden. Allein in Deutschland gebe es 52 Boden-Messstellen. Künftig sollen die Informationen in Echtzeit an das Vulkanasche-Zentrum VAAC in London übertragen werden. Verpflichtendes Drei-Zonen-Modell für alle 27 EU-Länder

Ramsauer betonte, dass sich die 27 EU-Mitglieder einvernehmlich verpflichtet hätten, bei den Grenzwerten dem empfohlenen Drei-Zonen- Modell der Europäischen Flugsicherung Eurocontrol und der VAAC zu folgen. Demnach sind Flüge verboten, sobald die Aschekonzentration in einem Kubikmeter Luft zwei Milligramm übersteigt (Zone 3).

Das Flugverbot gilt dann auch in einem Radius von rund 110 Kilometern (60 nautische Meilen) um die Verbotszone. Nur unterhalb von 0,2 Milligramm Asche pro Kubikmeter gebe es keine Einschränkungen (Zone 1). In der Zone 2 gelten besondere Sicherheitsauflagen wie zusätzliche Wartungsintervalle.

Keine Abstriche bei Passagierrechten geplant


Der spanische Verkehrsminister und amtierende Ratsvorsitzende José Blanco betonte, dass es bei den Passagierrechten keine Abstriche geben werde. «Die Vorschriften zu Fahrgastrechten müssen vollständig eingehalten werden, auch in dieser Krise», sagte Blanco. «Wir sind uns der wirtschaftlichen Folgen aber voll und ganz bewusst.»

Aus der Sicht von Ramsauer steigerte die aktuelle Aschewolke über Groß Britannien die Kompromissbereitschaft der EU-Verkehrsminister. «Die irische Wolke kam gerade zum richtigen Zeitpunkt», sagte der CSU-Politiker. Dadurch sei allen Ministern bewusst gewesen, dass nicht über ein abstraktes Problem diskutiert werde.

Irischer Verkehrsminister musste zu Hause bleiben

Wie konkret das Problem über Europa liegt, erfuhr am Dienstag auch Ramsauers irischer Amtskollege Noel Dempsey. Noel hatte seine Teilnahme an dem Sondertreffen kurzfristig absagen müssen, weil sein Flieger nicht abheben durfte. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas ist sich daher sicher, dass sich solche Krisen auch künftig wiederholen werden. «Vulkane lassen sich nicht kontrollieren», sagte Kallas.

Der Vulkan Eyjafjallajökull war Mitte April ausgebrochen. Wegen der neuen Aschewolke mussten am Dienstagmorgen in Irland und der britischen Provinz Nordirland alle Flughäfen schließen. In kleinen Teilen Schottlands, auf den Inseln der Äußeren Hebriden, galt das Flugverbot bereits am Montagabend. Am Nachmittag konnten die Beschränkungen wieder aufgehoben werden. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) drohen in Deutschland bis zum Wochenende voraussichtlich keine Flugausfälle.


© dpa | Abb.: Icelandic Coast Guard | 04.05.2010 17:49




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