Virgin America... 40 A 320 als „NOT-BINDING“-MOU +20 Optionen.
Bei Airbus ist dies die einzige Absichtserklärung auf dieser Messe, die kurzfristig, daß heisst in 2010 nicht zum Festauftrag werden wird.
Bei Boeing kein Neuauftrag: Azerbaijan Airlines hat zwar 3 B767 bestellt und dafür 2 B 737 storniert. Boeing dazu:.. ”The substitution has been updated on Boeing's Orders and Deliveries website.” Da dort aber nichts logisches in 2010 zu finden ist, muß es sich um alte Änderungen in „unidentified customers“ aus 2009 handeln.
Ilyushin Finance zeichnet MOU über 28 MS-21 + 22 Optionen.
Da Ilyushin Finance sehr staatsnah ist, bedeutet dies m.E. den tatsächlichen Entwicklungsstart für die MS-21.
RUSSISCHE EXOTEN: 160 Maschinen + 59 Optionen, aber beim SUPERJET 100, sind m.E. 40 SUPERJETS nur längst bekannte „Alte Hüte“. Die Zusagen für weitere 42 SUPERJETS und 27 Optionen scheinen darüber hinaus noch sehr vage.
Auch vage, der Launch-customer für 50 MS-21 „is to buy“, aber die Staatsleasing gibt mit der MS-21 mit 28 MOU + 22 Optionen wohl den Entwicklungsstart.
Die 10 AN-158 + 10 Optionen sind realistischer.
Mitsubishi: Pleite beim MRJ
*Die Auftragszusagen bei Airbus, die von den Altkunden HK, LAN und Thai stammen, sehen so aus, als ob sie noch in diesem Jahr in Festaufträge umgewandelt werden. Nur das "not-binding"-MOU von Virgin America über 40 A 320 ist recht vage.
Gruß Gustl
Dieser Beitrag wurde am 22.07.2010 17:57 Uhr bearbeitet.
Wenn man die Auftragsumwandlung von A330 in A350 außen vor lässt, hat es wirklich KEINE Bestellung für irgendeines der modernen Großraumflugzeuge gegeben! Weder die Plastikflieger B787 und A350, noch die "Jumbos" B748 und A388 wollte jemand haben. Das ist meiner Meinung nach ein eher unerwarteter Ausgang der Airshow, während die A330 offenbar gerade ihren zweiten Frühling erlebt! Die A340 ist hingegen ist offenbar "tot" und warum jetzt noch jemand die B767 bestellen wöllte, ist mir irgendwie fremd... nur weil sie schnell lieferbar und günstig ist?
Komischer Messeausgang für die Großflugzeuge also...
Die Leasingfirmen haben bei Boeing und Airbus voll zugeschlagen. Deshalb habe ich mal versucht an Hand der Airbus-Statistik per 30.6.2010 die Bedeutung des Leasing näher zu beleuchten.
Airbus gesamt
Aufträge 9603
Lieferungen 6248
Offen 3355
Dazu im Vergleich die Auslieferungen 1. Hj. 2010
Gesamt 250
Leasing 67 (26,8%)
Der Anteil vom Leasing steigt zuletzt also an und dabei ist sale und lease back noch nicht mal enthalten. Anscheinend wollen die Banken lieber mit einem großen Partner verhandeln mit entsprechender weltweiter Risikostreuung als mit vielen kleinen Airlines deren Geschäftsrisiko doch auch lokal sehr differenziert sein kann. Umgekehrt kann man das auch so deuten das Airlines derzeit im Schnitt besonders knapp bei Kasse sind.
Nachtrag: Durch Tippfehler bei Gesamt war die %-Leasingrate für 2010 zuerst zu hoch angegeben.
Dieser Beitrag wurde am 23.07.2010 14:05 Uhr bearbeitet.
Air Lease Corporation, Avolon und Pearl Aircraft Corporation sind neu gegründete Leasing-Unternehmen, die selbstverständlich auch etwas zum verleasen haben möchten. :-) Ansonsten wird von Fachanalysten ohne Mäkelei positiv "gedeutet" bzw. bewertet, dass die Rückkehr der Leasing-Gesellschaften an die Auftragsbücher der Flugzeug-Hersteller eines der wichtigsten Ergebnisse der Airshow überhaupt sei.
Airbus-Verkaufschef John Leahy habe die Bestellungen in Farnborough jubelnd mit folgenden Worten zusammengefasst:
„Meine Damen und Herren, wir haben die Rezession eindeutig hinter uns gelassen!“
Mittlerweile hat man bei Boeing Ergebnisse der Airshow auch in einer Orderliste eingearbeitet:
@runway, deine Beobachtung gilt zu meinem Erstaunen prinzipiell auch für die widebodies mit 17% oder 382 von 2224 Aufträgen von kaufenden Leasinggesellschaften.
33% der 49 widebody-Auslieferungen gingen 2010 an selbstkaufende Leasings.
Was war passiert? Ich möchte mich der 2. Argumentation von @runway anschließen. Als die Fluggesellschaften krisenbedingt klamm wurden, baten sie um Lieferverschiebungen. Leasing-Companies haben in 2008/2009 die frei werdenden, heute ausgelieferten Slots belegt.
Ich habe schon an anderer Stelle den Auftragsplanern/Arbeitsvorbereitung bei Airbus und Boeing ein großes Kompliment gemacht, die bisherige Krise durch Jonglieren ohne „White Tails“ gemeistert zu haben.
@Helmut, noch stehen nicht alle Messeaufträge in den offiziellen „Orders and Deliveries“ von Boeing Stand 21. July. Dort fehlen noch die 54 B 737 von AIR LEASE ALC. Die hat sich Boeing wohl für die nächsten Wochen zur erneuten Veröffentlichung :-) aufgehoben.
Eine 767 für Azerbaijan war ebenfalls neu; die anderen beiden 767 standen schon im Orderbuch.
Leasingfirmen, die bisher vielleicht auch nicht so hervorhebenswert anders "knapp bei Kasse" waren, kommen mit Risikostreuung marktwirtschaftlich leichter an Geld von Banken, um wieder Aufträge finanzieren zu können. Die kündigen sozusagen ein (baldiges) Ende der Rezession an, als "Vorreiter". mfg
"Ja, das sah auch ein "@Helmut". :-)
...Die (.= Leasings) kündigen sozusagen ein (baldiges) Ende der Rezession an, als "Vorreiter"...."
@Helmut, das sehe ich exakt genau so.
Gruß Gustl
P.S. Ich hoffe, ich wurde nicht unglücklicherweise von @Helmut mißverstanden. Ein Kritik an @Helmut lag mir hier völlig fern. Ich wollte nur an seinen berechtigten Link anknüpfen.
Dieser Beitrag wurde am 23.07.2010 19:27 Uhr bearbeitet.
Flugente hat am 22.7. bereits das erwähnt was auch mich negativ überrascht hat. Keine Festbestellung für einen der neuen Paradeflieger. Boeing kann damit bei B787 gut leben, viele wesentliche Airlines haben die ja in großer Zahl bestellt und auf Jahre ist das Modell Mangelware.
Auch wenn man berücksichtigt das Airbus später und unter schwierigen bis geradezu katastrophalen Geburtswehen begonnen hat muss da beim A350 noch einiges aufgeholt werden. Es sind einerseits weniger Airlines die weniger bestellt haben. Noch viel gravierender, darunter sind auch einige die nicht unbedingt auf solidem Fundament stehen.
Aber es gibt ja auch noch eine Zeit nach der Messe und bis auf weiteres kann man ja fleißig A330 liefern die sich nach wie vor überraschend hoher Beliebtheit erfreuen.